Stakeholder Management ist eine zentrale Aufgabe des Requirements Engineerings und Projektmanagements. Es hat gravierende Auswirkungen auf den Erfolg eines Projekts. Vergessene, fehlende oder falsch eingestufte Stakeholder könnten dazu führen, dass Risiken durch Stakeholder entstehen können, die du vorher nicht erkannt hast.

Zentrale Aufgabe im Stakeholder Management ist zudem nicht nur die Erkennung aller relevanten Stakeholder, sondern auch die Herstellung und Aufrechterhaltung der Kooperationsbereitschaft.

Bevor man seine Stakeholder-Tabelle mit Daten füllen kann, muss man im ersten Schritt herausfinden, wer mögliche Stakeholder sind. Einige Ideen kannst du dem Projektauftrag entnehmen. Manchmal sind hier schon Ansprechpartner aufgeführt.

Danach musst du dir überlegen, wie du diese Personen ansprechen möchtest, um deine Antworten zu erhalten. Bei mir hat sich bewährt, mit den Menschen einen Kaffee trinken zu gehen. Diese Art der Zusammenkünfte geht auch über Videokonferenzräume. Es empfiehlt sich keine Notizen anzufertigen, sondern die relevanten Antworten zu behalten. Da ein Interview für den Gesprächspartner unangenehm sein könnte, ziehe ich es vor, im Gespräch durch geschickte Fragestellung die nötigen Antworten zu erhalten. Dabei steht für immer im Vordergrund welche Einstellung hat der Stakeholder zum Projekt und was würde er als Projektleiter tun, wenn er an meiner Stelle die Aufgabe übernehmen müsste. Und natürlich ist auch immer interessant, warum jemand in eine bestimmte Richtung agieren würde.

Die Macht/der Einfluss lässt sich oftmals schon im Vorfeld abstecken. Ich handhabe es so, dass ich mir ein Organigramm ansehe. Ich vergebe grundsätzlich für meine Einteilung ausschließlich die Kleidungsgrößen (M, L, XL und XXL). Meine Einteilung sieht dann in etwa so aus:

  • Top-Management (z. B. Vorstand, Geschäftsführung, Management, Bereichsleitung) + Auftraggeber und/oder Geldgeber = XXL
  • Middle-Management (z. B. Abteilungsleiter oder Hauptabteilungsleiter) = XL
  • Low-Management (z. B.  Teamleiter oder Gruppenleiter) = L
  • Sonstige = M

Ich mache mir bei einer größeren Anzahl von Stakeholdern auch Notizen über Besonderheiten einer Person. Dazu gehört z. B.:

  • Sprachfehler?
  • Du oder Sie?
  • Hobby?
  • Sonstige Behinderung?
  • Distanzzone?

Bitte denke immer daran, wenn du solche Daten erfasst, dass du deine Notizen in einer Form gestaltest, die nur für dich entschlüsselbar sind. Bei einer großen Anzahl von Stakeholdern, die vielleicht auch nicht schnell im Zugriff sind, bieten sich Verfahren wie Interviews per E-Mail an. Die sind meiner Meinung nach aber niemals so effektiv, wie ein persönliches Gespräch.

An dieser Stelle möchte ich dir noch diesen Screencast empfehlen, da hier auch die Transformation in eine Stakeholder-Matrix beschrieben wird.

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©2018 Pierre Holger Braun (Wirtschaftsinformatiker, Requirements Engineer, Projektmanager, Software Engineer & Blogger)

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